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Brandenburgisches LandeshauptarchivPotsdam

Schadenserfassung von Akten

Im Rahmen des Projekts "Zustandserfassung für den Bestand NS-Sondergericht Berlin" sollen rund 9.420 Akten (rund 71 lfm) bearbeitet werden. Die Zustandserfassung wird gefördert mit Sondermitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM). Ziel des Projektes ist die Zustandserfassung eines klar abgegrenzten Teilbestands (71 lfm) de...

Angebotsfrist: 25. Juni 2026 (abgelaufen)Typ: Ausschreibung

Archivierung, Denkmalpflege

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Ausschreibungstyp:
Ausschreibung
Auftraggeber:
Brandenburgisches Landeshauptarchiv
Veröffentlicht:
09. Juni 2026
Frist:
25. Juni 2026
Thema:
Archivierung

Ausschreibungsbeschreibung

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Im Rahmen des Projekts "Zustandserfassung für den Bestand NS-Sondergericht Berlin" sollen rund 9.420 Akten (rund 71 lfm) bearbeitet werden. Die Zustandserfassung wird gefördert mit Sondermitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM). Ziel des Projektes ist die Zustandserfassung eines klar abgegrenzten Teilbestands (71 lfm) des NS-Sondergericht Berlin aus den Jahren 1933 bis 1945 (Gesamtumfang 251 lfm). Der Bestand hat herausragende historische Bedeutung, da er den Terror und die Willkür der nationalsozialistischen Justiz dokumentiert und die Instrumentalisierung von Strafrecht und Justiz durch das NS-Regime belegt. Aufgrund seines Erhaltungszustands ist eine Nutzung jedoch nur eingeschränkt möglich. Im Bestand Rep. 12C Staatsanwalt beim Sondergericht Berlin II werden Strafakten, Urteile und Anklageschriften zu Verfahren verwahrt, die vor den Sondergerichtskammern beim Landgericht Berlin verhandelt wurden. Aufgrund kriegsbedingter Verluste datieren die Unterlagen vor allem aus den Kriegsjahren 1939 bis 1945. Mit seinem Bezug auf Berlin als Reichshauptstadt und dessen Umland sowie der Dichte der Überlieferung besitzt der Bestand eine zentrale und überregionale Bedeutung für Forschungen zur NS-Strafjustiz und Verfolgung insgesamt. Der hohe historische Wert des Bestandes zeigt sich in einer anhaltend hohen Benutzungsfrequenz durch Forschungseinrichtungen, Gedenkstätten und Museen sowie durch Einzelnutzer*innen. Das Archivgut besteht aus holzschliff- und damit säurehaltigen Papieren mit sichtbarem Materialabbau sowie mechanischen Schäden wie Ein- und Abrissen, weshalb eine massenhafte Restaurierung erforderlich ist. Die vorhandenen Schäden verhindern eine objektschonende Nutzung und eine Digitalisierung, da eine weitere Beschädigung der Dokumente zu erwarten ist. Zudem enthalten die Akten Sonderformen wie Fotografien und Asservate, deren Umfang und Beschaffenheit bislang nur grob geschätzt werden können. Asservate sind i.d.R. kleinformatige Objekte, wie z.B. Schlüssel, Haare, Tatwaffen, die als Beweismittel gesichert wurden. Aufgrund der unterschiedlichen Materialien können die Asservate nicht in den Akten verbleiben, da sie durch Form und Material die Unterlagen gefährden. 2023 wurde eine Stichprobe mit einer Schadenserhebung für die ersten 10lfm des Bestands durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Zustandserfassung für den Gesamtbestand mehrere Jahre erfordern würde, was erhebliche zeitliche und finanzielle Ressourcen auf lange Zeit bindet. Das beantragte Projekt zielt daher auf die Zustandserfassung eines größeren Teilbestandes. Die Ergebnisse würden einerseits erlauben, im Folgenden die weitere restauratorischen Bearbeitung des Bestandes sukzessive, unterteilt in Arbeitspakete, zu planen und zeitnah umzusetzen. Zugleich werden die fachlichen Voraussetzungen für eine spätere objektschonende Digitalisierung gemäß DIN 33910 "Objektschonende Digitalisierung" geschaffen, die ebenfalls eine belastbare Zustandserfassung zwingend voraussetzt. Das primäre Ziel der Zustandserfassung ist die fachliche, vorbereitende Bearbeitung nach den Vorgaben des Landeshauptarchivs für die Herstellung der Benutzbarkeit und eine objektschonende Digitalisierung nach DIN 33910. Die Zustandserfassung wird in den Räumlichkeiten des Brandenburgischen Landeshauptarchivs im Zeitraum vom 01.07.2026 - 30.06.2027 durchgeführt. Für die Umsetzung der Zustandserfassung sollen zwei Werkverträge (zwei Lose) vergeben werden. Los 1 umfasst insgesamt 4.360 Akten und Los 2 umfasst 2.440 Akten. Verteilt auf die Projektlaufzeit umfassen die Lose (Werkverträge) bis zum Ende des Jahres 2026 einen durchschnittlichen Umfang-Soll von 300 Akten pro Monat, der sich bis 30.06.2027 auf durchschnittlich 426 Akten pro Monat steigern soll.

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Die Angebotsfrist endet am 25. Juni 2026.
Wer ist der Auftraggeber?
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