Der Juni setzt die Jahresbestmarke
68.623 Vergabebekanntmachungen wurden im Juni 2026 veröffentlicht, mehr als in jedem anderen Monat dieses Jahres. Gegenüber dem Mai (55.498) ist das ein Plus von 23,6 Prozent; der bisherige Spitzenmonat April (64.601) wird um gut 4.000 Dokumente übertroffen. Der Jahresverlauf zeigt seit Januar (30.906) eine klare Aufwärtsbewegung, mit dem Mai als einziger Delle.
Der Juli läuft noch: Bis zum 13. Juli standen 16.206 Bekanntmachungen im Bestand. Ob er an den Juni heranreicht, zeigt die Tagesansicht im Datenexplorer. Jede Woche lässt sich dort bis auf den einzelnen Tag aufklappen.
Ein Fünftel des regionalen Volumens liegt in Nordrhein-Westfalen
245.199 Dokumente des Bestands vom 13. Juli lassen sich einem Bundesland zuordnen. Nordrhein-Westfalen führt mit 47.558 Bekanntmachungen (19,4 Prozent), vor Bayern (39.009, 15,9 Prozent) und Baden-Württemberg (24.831, 10,1 Prozent). Die drei größten Länder vereinen damit gut 45 Prozent des regional zuordenbaren Volumens, die Karte im Explorer zeigt für jedes Land zusätzlich Bekanntmachungstypen und die dort stärksten Themen.
Elektroinstallation führt die Themenliste an
In den vier Wochen bis zum 14. Juli war Elektroinstallation mit 3.027 Bekanntmachungen das meistausgeschriebene Thema, vor Architektur (2.119) und Straßenbau (1.884). Auffällig ist die Dominanz des Baugewerbes: Sechs der acht stärksten Themen, von Fenster & Türen bis Stahlbau, gehören zum Bau, die übrigen zwei (Architektur, TGA-Planung) sind ihm vorgelagerte Planungsleistungen. Wer den öffentlichen Markt beobachtet, beobachtet derzeit vor allem Bauvergaben.
Gut ein Drittel des Marktes sind bereits vergebene Aufträge
Über das gesamte 70-Wochen-Fenster (418.790 Dokumente) entfallen 58,8 Prozent auf laufende Ausschreibungen und 36,4 Prozent auf Zuschläge; Vorinformationen machen 4,3 Prozent aus. Im Jahr 2026 liegt der Zuschlagsanteil mit 37,2 Prozent leicht darüber. Für Bieter heißt das: Gut ein Drittel der veröffentlichten Dokumente sind keine offenen Chancen, sondern Marktinformation darüber, wer welche Aufträge gewonnen hat, im Explorer nach Phase und Fachbereich aufschlüsselbar.
Methodik und Grenzen
Die Auswertung basiert auf öffentlich zugänglichen Vergabebekanntmachungen, die Auftrag One automatisiert erfasst und normalisiert. Monatswerte folgen dem Veröffentlichungsdatum; die Themenauswertung nutzt ein rollierendes Vier-Wochen-Fenster bis zum 14. Juli 2026. 58,5 Prozent des Bestands tragen eine Bundesland-Zuordnung; fehlende Angaben werden nicht geschätzt, Anteile beziehen sich immer auf die genannte Teilmenge. Alle Zahlen sind ein historischer Snapshot vom 13./14. Juli 2026, zählen Dokumente, nicht Auftragswerte, und werden nicht nachträglich durch Live-Zähler ersetzt.